Die durch Zecken übertragene Meningoenzephalitis (Tbe: Tick Borne Encephalitis), oder die Frühjahrs-Sommer-Meningoenzephalitis, ist eine akute virale Erkrankung des zentralen Nervensystems, verursacht durch ein Arborvirus, das zur Gattung gehörtFlavivirus,sehr ähnlich den Viren, die für Gelbfieber undDengue. Die durch Zeckenbisse verursachte Enzephalitis wurde erstmals 1994 in Italien in der Provinz Belluno identifiziert. Epidemiologisch gesehen ist die Tbe heute in endemischen Ausbrüchen in vielen Ländern Mitteleuropas und Nordeuropas, einschließlich Italien, vorhanden. Insbesondere in unserem Land wurden von 1994 bis 1999 35 Krankheitsfälle in der Provinz Belluno identifiziert.
Die Zecken, insbesondereIxodes ricinusundIxodes persulcatus, fungieren sowohl als Vektoren als auch als Reservoirs. Auch Zecken der GattungDermacentor(Hundzecke) undHaemaphysaliskönnen die Infektion übertragen.
Das von Zecken übertragene Virus infiziert verschiedene Tiere, wild oder domestiziert, darunter Nagetiere, Rehe, Schafe und Ziegen, die zur Aufrechterhaltung des Übertragungszyklus der Infektion beitragen. Vögel tragen sehr wahrscheinlich dazu bei, infizierte Zecken auch über große Entfernungen während ihrer Migration passiv zu transportieren.
Nach dem Biss einer infizierten Zecke beim Menschen zeigt sich in etwa 70 % der Fälle eine Infektion ohne oder mit wenig relevanten Symptomen, die unbemerkt bleiben kann. In den verbleibenden 30 % der Fälle tritt nach 3-28 Tagen nach dem Zeckenbiss eine erste Phase mit grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Müdigkeit sowie Muskel- und Gelenkschmerzen für 2-4 Tage auf. Dann sinkt die Temperatur und in der Regel gibt es keine weiteren Folgen. In 10-20 Prozent dieser Fälle beginnt nach einer beschwerdefreien Phase von 8-20 Tagen eine zweite Phase, die durch Störungen des zentralen Nervensystems gekennzeichnet ist (Enzephalitis, schlaffe Lähmung mit tödlichem Ausgang in 1 % der Fälle).
Bei Kindern und jüngeren Personen zeigt die TBE in der Regel einen milderen Verlauf, wobei die Schwere mit zunehmendem Alter allmählich zunimmt.
Quelle: Istituto Superiore di Sanità